Braucht die Schweiz neue AKW? Eine Debatte mit Sprengkraft

    Im neuen Talk «Schweiz im Fokus – Natur und Technik» werden aktuelle Themen rund ums Thema Energie diskutiert – stets kontrovers, aber fair. In der aktuellen Sendung geht es um eine Frage, die kaum brisanter sein könnte: Soll die Schweiz neue AKW’s bauen?

    (Bild: zVg) Debatte im Talk «Schweiz im Fokus» mit Jürg Grossen, Marianne Binder-Keller, Moderatorin Carla De-Vizzi, Vanessa Gassler und Lukas Aebi (v.l.).

    Zu Gast waren Vanessa Gassler, Präsidentin Energieclub Schweiz und Mitinitiantin der Initiative «Blackout stoppen», Lukas Aebi, Geschäftsführer Nuklearforum Schweiz, Marianne Binder-Keller, Mitte-Ständerätin aus dem Kanton Aargau und Jürg Grossen, GLP-Präsident Schweiz und Nationalrat aus dem Kanton Bern.

    Die Angst vor einem Stromausfall ist zurück. Gerade im Winter fragen sich viele: Reicht der Strom noch? Oder droht der Schweiz ein Blackout? Fakt ist: Die Versorgungssicherheit steht ganz oben auf der politischen Agenda und das AKW-Neubauverbot steht so fest unter Druck wie schon lange nicht mehr. Nachdem der Ständerat eine Lockerung befürwortet hat, spricht sich auch die zuständige Kommission des Nationalrats dafür aus. Hintergrund ist der Gegenvorschlag des Bundesrats zur «Blackout-Initiative».

    Die Meinungen zu den aktuellen Entwicklungen gehen weit auseinander. Mitinitiantin Vanessa Gassler begrüsst, dass das AKW-Neubauverbot auf der Kippe steht. Sie betont aber, dass die Initiative weitere wichtige Punkte enthält. Besonders die Klärung der Verantwortlichkeiten sei zentral für die Versorgungssicherheit.

    Ganz anders sieht das Jürg Grossen, Präsident der GLP. Für ihn ist Atomenergie eine alte Technologie. Neue AKW würden viel zu lange dauern, bis sie gebaut sind. Diese Zeit fehle dann beim Ausbau der erneuerbaren Energien.

    Lukas Aebi vom Nuklearforum Schweiz sieht das pragmatischer. Für ihn ist die Aufhebung des Bauverbots eine Art Absicherung. Die Schweiz werde in Zukunft sehr viel Strom brauchen. Deshalb solle man keine Möglichkeit von Anfang an ausschliessen. Auch Ständerätin Marianne Binder-Keller setzt auf einen Mittelweg. Sie sagt: Die Schweiz müsse die Energiewende weiter vorantreiben. Gleichzeitig sei es sinnvoll, sich die Option für neue AKW offen zu halten.

    Die Diskussion zeigt: Eine einfache Antwort gibt es nicht. Die Schweiz steht vor einer schwierigen Entscheidung. Klar ist nur: Die Frage nach der Energiezukunft bleibt spannend – und betrifft uns alle.

    Carla De-Vizzi

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